FAHRRADBEGEISTERTE WAHL-HAWAIIANERIN

THE WOW Mela Holcomb mit Bo am Strand von Hawaii
Mela Holcomb wohnt mit ihrem Ehemann Jacob und den Hunden Bonnie und Bo in Honolulu, Hawaii. Sie ist passionierte Surferin und gründete 2012 mit ihrer Schulfreundin ALLTHATIWANT – ein Webportal für Cycling Couture
Liebe Mela, stell doch mal Deine Hunde vor.

Seit ich denken kann, wollte ich einen Hund haben und obwohl ich meine Eltern immer wieder mit meinem Wunsch konfrontierte, blieben sie hart: Ich durchlebte meine Jugend ohne eigenen Hund – dafür aber mit Gassi-Service und einer Menge Kleintieren. In der Studienzeit hatte ich wenig Geld, reiste viel, dann der erste Job mit wenig Freizeit… Auf Hawaii war es endlich soweit: Im Alter von 32 Jahren konnte mein erster eigener Hund bei mir einziehen!

Einige Wochen beobachtete ich die Homepage der »Hawaiian Humane Society«, dem städtischen Tierheim von Honolulu. Eines Abends eroberte ein Bild von Bonnie, einem drei Monate alten Pitbull-Shar-Pei-Mix-Mädchen, mein Herz und ich wusste sofort: Sie ist es! Am nächsten Vormittag waren mein Mann und ich ganz vorne in der Schlange und durften den kleinen Welpen in die Arme und mit nach Hause nehmen. Die ersten Wochen waren wie im Traum – endlich ein eigener Hund!

Bonnie ist eine sehr aktive und ausdauernde Dame. Sie lernt schnell, kann verschiedene Tricks, sucht wahnsinnig gerne Leckeries und braucht stets neue Herausforderungen. Am liebsten wäre sie den ganzen Tag draußen, möchte helfen und Aufgaben erledigen, ansonsten ist sie schnell unterfordert und geht eigene Wege – die leider oft nichts Gutes verheißen. Deshalb muss Bonnie beschäftigt werden: So ist sie beispielsweise für unsere sechs Gartenhühner zuständig, kann diese, wie Schafe, aus und in das Gehege herden, sucht Eier und apportiert diese sogar. Obwohl Bonnie mit acht Monaten einen starken Jagdinstinkt entwickelt hat, weiß sie, dass unsere Hühner tabu sind. Zwei Wildhühner und zwei Mongoos sind ihr allerdings leider zum Opfer gefallen. Zum Glück sind die Schweine im Dschungel schneller als sie!

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Bonnie ist definitiv kein Kuschelhund. Sie liegt zwar gerne an meinen Füßen und hält sich in unmittelbarer Nähe zu mir auf, überschwängliches Streicheln oder Knuddeln findet sie aber doof. Mit Kindern und Fremden kann sie nicht viel anfangen, wenn sie jedoch weiß, dass jemand zum Rudel gehört, dann liebt sie ihn.

Als Bonnie zwei Jahre alt war, zog auch noch Bo bei uns ein. Bo war damals sechs Monate alt und ich hatte ihn wochenlang auf einer privaten Hundevermittlungsseite beobachtet. In seinem kurzen Leben hatte er schon zwei Familien durchlaufen und lebte in einer Pflegestelle.

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Bo ist ein Boxer-Dänische-Dogge-Pitbull-Mix und obwohl ich eigentlich nach einem kleineren Zweithund suchte, hatte ich das Gefühl, dieser Hund habe eine Chance verdient.

Bo ist charakterlich ganz anderes als die pragmatische Bonnie: Er ist der emotionale Kuschelbär und liebt stundenlange Streicheleinheiten. Am liebsten würde Bo auch mit im Bett schlafen. Er ist sehr sensibel, erkennt Stimmungen, weiß, wann ich Trost brauche, und blüht mit mir auf, wenn ich gut gelaunt bin. Bo liebt Menschen und Aufmerksamkeit. Sein größtes Hobby ist sein orangefarbener Ball – stundenlang kann ich ihn damit beschäftigen.

Wir kennen uns ja aus Köln, wo wir zusammen bei Endemol gearbeitet haben. Wie kommst Du denn nun eigentlich nach Hawaii?

2010 besuchte ich einen guten Freund auf Hawaii und lernte meinen heutigen Mann Jacob auf einem BBQ kennen. Wir führten zwei Jahre eine Fernbeziehung Köln-Honolulu, entschieden uns dann 2012 für eine Stadt und so bin ich nach Hawaii gezogen.

Wie sieht Euer Alltag aus?

Ich stehe meist gegen 6 Uhr auf, denn auf Hawaii fangen die Tage früher an und hören eher auf. Im Winter ist es bereits um 18 Uhr, im Sommer gegen 19 Uhr dunkel. Je nach Wellenlage, gehe ich morgens zuerst zum Surfen oder mit den Hunden spazieren.

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In der Woche absolviere ich täglich jeweils eine Trainingseinheit mit jedem Hund einzeln und unternehme einen laaaaaangen Spaziergang mit beiden zusammen. Die Trainingseinheit findet auf der Straße statt. Bo wurde wahrscheinlich als Welpe misshandelt und hat Angst vor allem was rollt: Autos, Fahrräder und Skateboards. Außerdem ist er ist sehr geräuschempfindlich. Deshalb heißt es Vertrauen aufzubauen, viel Geduld zuhaben und die Situationen langsam und behutsam immer wieder durchzugehen. Bo hat in den letzten Jahren großartige Fortschritte gemacht und ich habe durch ihn viel über Hunde und ihre Psychologie gelernt. Da ich eher ein quirliger Mensch bin, musste ich mir für ihn aneignen, der Fels in der Brandung zu sein und ihm die Sicherheit zu geben, die er braucht.

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Ich bin in der glücklichen Situation selbstständig von zu Hause aus zu arbeiten. Wenn es für mich ans Schuften geht, liegen die beiden Hunde in meinem Büroraum und faulenzen oder spielen. Die Tür zum Garten steht dabei immer offen.

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Habt Ihr Lieblingsplätze?

Ja, wir lieben die Berge und den Strand! An einem perfekten Tag fahren wir zuerst in den Dschungel, gehen an Wasserfällen vorbei und zählen Regenbogen. Danach geht’s ab zum Strand, den ganzen Matsch vom Wandern abwaschen, planschen, schwimmen und spielen.

FAHRRADBEGEISTERTE WAHL-HAWAIIANERIN

Erzähl‘ uns mal von ALLTHATIWANT. Was ist das? Ein Webshop?

Mit AllThatIWant.com verbinden meine Freundin Eva Mohr und ich unsere großen Leidenschaften – Mode und Fahrräder. Unser Motto lautet: »Bike lanes are the new runways.« AllThatIWant.com ist eine Plattform für urbane Fahrradkultur, ein Onlineshop für Designermode und Street Style sowie ein Ratgeber für den Alltag auf dem Fahrrad. Wir haben zum Beispiel, den AllThatIWant-Rockhalter entwickelt, der auf stilvolle Weise den Rock dort hält, wo er hingehört, und beim Fahren vor Kette oder Speiche schützt.

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Wo wird es perspektivisch mit ALLTHATIWANT hingehen?

Eines unsere größten Ziele ist es, noch mehr Mädchen und Frauen zu überzeugen »Hey, du kannst auch auf dem Fahrrad stylish aussehen und öfter Radfahren anstatt Auto!« Perspektivisch würden wir außerdem gerne Mädchen und Frauen in Ländern unterstützen, in denen es (noch) nicht normal ist, dass eine Frau Fahrrad fährt, oder in denen Fahrräder den Alltag enorm erleichtern würden, momentan aber (noch) nicht vorhanden sind.

Neben ALLTHATIWANT arbeitest Du als freie Grafikerin und bist im Tierschutz aktiv. Was ist das Ziel dieser Arbeit?

Ich bin in der glücklichen Situation mit drei Firmen selbstständig zu sein: Neben der Online-Plattform, arbeite ich als Kommunikationsdesignerin unter dem Label »meladesign« und engagiere mich für mein Herzensprojekt »monster mend«, denn Hawaii ist im Gegensatz zu Deutschland ein fast hundefeindlicher Staat. Laut Gesetz dürfen Hunde nur an der Leine geführt werden und sind an den meisten Stränden und in vielen Parks verboten. Ein Großteil der Bevölkerung hat Angst vor Hunden und Kettenhaltung scheint ein probates Mittel gegen Einbrecher. Als ich feststellte, dass viele Hunde in meiner Nachbarschaft noch nie den eigenen Garten verlassen hatten, fing ich an diese Tiere Gassi zu führen. Meine Arbeit ist bislang nur ein Tropfen auf dem heißen Stein: Da so viele Vierbeiner in nicht artgerechten Situationen stecken, suche ich gerade nach einem eingezäunten Grundstück, um diese Hunde dort zu trainieren, sie frei laufen und unbeschwert spielen zu lassen. Natürlich möchte ich gleichzeitig auch die Halter aufklären und sie zu einem bewußteren Umgang mit ihren Tieren bewegen.

Das klingt wahnsinnig umtriebig.

Schon, aber im Alltag erinnern mich die Hunde daran Pausen zu machen: Das Leben besteht nicht nur aus Arbeit. Wir schaffen uns Auszeiten, sind viel in der Natur und genießen den Augenblick oder treffen auf nette Menschen und andere Hunde.

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Tiere geben dir so viel Dankbarkeit und Liebe: Viele kleine Situationen erwärmen mein Herz: Beispielsweise Bonnies Freudentanz, wenn sie einen Kauknochen bekommt und eine halbe Stunde genüsslich drauf herumbeißt oder Bos Kuschelattacken sobald ich auf der Couch sitze. Es sind die kleinen Dinge im Leben, die mich sehr erden!

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Mela, verrätst Du uns abschließend noch, welche drei Fragen Du Deinen Hunden stellen würdest, wenn sie Dir antworten könnten?

1. Bonnie, wie bist du damals aus dem Garten abgehauen? Alle Gartentüren waren zu!
2. Bo, warum ist es der orangefarbene Ball und nicht der blaue?
3. Bonnie und Bo, was denkt ihr, ist eine Katze wirklich?!?!

Lieben Dank, Mela, jetzt haben wir Fernweh!
Mehr von der fahrradbegeisterten Wahl-Hawaiianerin und ihren Hunden findet Ihr unter: INSTAGRAM @slow.ride.hawaii

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© Interview: Sara Buschmann // Photocredits: Mela Holcomb

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