Hundefriseurin Franziska Knabenreich ist Fellspezialistin: In ihrem Salon »Feingemacht!« stylt sie Vierbeiner jeder Couleur und hat es damit sogar ins Fernsehen geschafft. Wie sie diesen Traumberuf gefunden hat und warum er für sie Unabhängigkeit bedeutet, erzählt sie THE WOW im Interview.
FEINGEMACHT FRANZI
FEINGEMACHT FRANZI
Woher kommt Deine Liebe zu Tieren?
Ich bin mit Tieren aufgewachsen und habe mich immer zu ihnen hingezogen gefühlt. Die Ehrlichkeit und das Vertrauen, das Tiere dem Menschen entgegen bringen ist oft sehr beeindruckend. Manchmal ziehe ich sogar die Gesellschaft von Tieren der des Menschen vor.
Dein Lebenslauf hat viele spannende Wechsel zu verzeichnen. Wie kommt man von Halle an der Saale nach Wiesbaden und von einer Werbeagentur in den Hundesalon?
Ich gehe gerne neue Wege, mag Veränderungen und habe mich immer von meinem Bauchgefühl leiten lassen. Nach der Schulzeit in Halle arbeitete ich in Wiesbaden in einer Werbeagentur zunächst als Projektassistentin, dann als Projektleiterin. 2002 wechselte ich in den Sevicebereich der Lufthansa am Flughafen Frankfurt. Hundefriseurin bin ich durch den Hund meines Vaters geworden. Ich hatte die Idee und habe sie einfach umgesetzt. Hindernisse halten mich selten auf.
Woher kommt Deine Abenteuerlust und Dein Mut, Neues zu wagen?
Stillstand ist für mich der Tod. Ich probiere gerne neue Sachen aus und entwickle mich weiter. Ich habe viele Talente und habe mich in verschiedenen beruflichen Bereichen immer schnell zurechtgefunden. Mein Motto lautet »Geht nicht gibt’s nicht!«. Ich orientiere mich immer an der Hummel, die angeblich physikalisch gesehen gar nicht fliegen kann, es aber dennoch tut, weil sie nicht weiß, dass sie eigentlich flugunfähig ist. Manchmal bin ich vielleicht auch etwas blauäugig, aber am Ende wird irgendwie immer alles gut.
Was inspiriert Dich?
Mich inspirieren Menschen, die keine Angst vorm Leben haben und sich um die Meinung anderer nicht scheren. Menschen, die ihr eigenes Ding machen und an sich selbst glauben und einfach das tun, was sie wollen. Menschen, die ein bisschen verrückt sind und nicht dem Mainstream folgen.
Warum gerade Hundefriseur?
Ehrlich gesagt: Es war einfach eine spontane Idee. Mittlerweile ist das mein sechster Beruf. Wobei »Hundefriseur« ja eigentlich kein anerkannter Ausbildungsberuf ist. Ich habe die Möglichkeit gesehen, mich beruflich zu verändern und da ich Tiere sehr liebe, wollte ich schon immer gerne mit Tieren arbeiten. Es gibt ja keine Zufälle im Leben und so sollte mein Weg wohl sein.
Was ist das Schöne an diesem Job?
In erster Linie natürlich das Arbeiten am Hund. Ich finde es schön Hunden ein tolles Aussehen zu geben und ihre Besitzer glücklich zu machen. Ich liebe die Herausforderung auch mit schwierigen Hunden zu arbeiten. Und ich finde es toll, selbstständig zu sein und eigene Entscheidungen treffen zu können. Manchmal ärgere ich mich aber auch über Menschen, die ihre Hunde verwahrlosen lassen oder nicht gut mit ihren Vierbeinern umgehen. Es ist auch ziemlich anstrengend, wenn man bissige oder schlecht sozialisierte Hunde hat.
Hast Du denn nach der Eröffnung Deines Ladens schon wieder etwas Neues im Sinn oder soll es jetzt bei dem Beruf der Hundefriseurin bleiben?
Ich habe definitiv meine Berufung in diesem Beruf gefunden. Natürlich sind die Tage auch manchmal anstregend, trotzdem gehe ich gerne zur Arbeit und bin abends immer glücklich, wenn ich meinen Job gut gemacht habe. Aber wer weiß schon, was die Zukunft bringt? Ich habe gelernt, dass das Leben oft eigene Pläne für dich macht. Wer weiß schon, was in drei Jahren ist? Durch meinen eigenen Salon habe ich mich unabhängig von anderen Menschen gemacht und kann mein Leben selbst gestalten, das ist das tolle daran. Ich kann mir vorstellen, noch sehr lange diesen Beruf auszuüben, es macht wirklich viel Spaß!
Mit welchen Vierbeinern lebst Du privat?
Ich habe einen Second-Hand-Mops namens Leo und die Dackelmischlingsdame Hildegard (kurz: Hildi) aus dem Tierschutz. Hildi habe ich bei einem meiner TV-Drehs kennengelernt und sie direkt adoptiert.
Spielen Deine Hunde eine Rolle im Salonalltag?
Meine Hunde sind nicht mit mir im Salon, denn ich möchte so viel Ruhe wie möglich beim Arbeiten haben. Leo und Hildi fühlen sich außerdem zu Hause sicherer, wohler und werden dort nicht ständig durch andere Hunde gestört.
Du bildest ja auch aus: Welche Voraussetzungen braucht ein Groomer?
Es gibt keine fachlichen Voraussetzungen für einen Hundefriseur, das meiste Wissen erlernt man »by doing«. Wichtig ist jedoch, dass man auf Tiere eingehen und auch mit Menschen gut umgehen kann. Zusätzlich sollte man sich mit dem Wesen der Hunde auskennen und ihre Verhaltensweisen lesen können. Wer ungeduldig oder nervös ist, sollte kein Hundefriseur werden. Dieser Beruf ist übrigens körperlich und psychisch oft sehr anstrengend, man darf also nicht zu zart besaitet sein.
Weil ich zeitlich gerade recht eingespannt bin, viele Hundefriseure samstags geschlossen haben und es mir außerdem Spaß macht, schneide ich meine Pudelmix-Dame Mini Zuhause im Wohnzimmersalon mit der Küchenschere. Das ist sicher ein Graus für Dich, oder?
Das kommt immer darauf an. Man kann schon viele Fehler machen, wenn man selbst Hand anlegt. Ich habe allerdings auch einige Kunden, die ihren Hund selbst sehr gut pflegen. Einen richtig tollen Schnitt bekommt aber wohl nur ein guter Friseur hin.
Und Du wirst lachen, aber weil mir das Schneiden selbst so viel Spaß macht, habe ich auch schon über einen eigenen Hundesalon nachgedacht. Welche Voraussetzungen braucht man dafür?
Für Ausbildung und Saloneinrichtung sollte man zwischen 10.000 und 20.000 Euro einplanen – je nachdem welches Equipment man sich leisten möchte. Ich denke Gelassenheit, Ruhe und Geduld sind aber das wichtigste Startkapital.
Wie bist Du eigentlich ins Fernsehen gekommen?
Ein Freund hat mir den Kontakt zum Produzenten von hundkatzemaus hergestellt. Nach einem gegenseitigen Beschnuppern hat die Chemie gestimmt und mittlerweile drehen wir schon seit zwei Jahren miteinander. Es macht mir immer noch Riesenspaß!
Möchtest Du diesen Job vor der Kamera weiter ausbauen?
Ich bin gerade dabei, für eine weitere VOX Sendung als Moderatorin und Coach zu drehen. Andere Projekte sind in Planung. Ich lasse einfach alles entspannt auf mich zukommen.
Du bloggst ja auch schon einige Zeit. Warum hast Du damit angefangen?
Ich habe einfach Spaß am Schreiben und finde es toll, dass es Blogs gibt. Ich teile meine Leidenschaft und mein Wissen gerne mit anderen und kann somit auch mit vielen Vorurteilen oder Mythen aufräumen. Selbst nach vier Jahren blogge ich noch gerne und es gibt stets neue Themen. Mir fällt immer wieder etwas ein, egal ob zum Bereich Lifestyle und Fellpflege oder über meine Arbeit fürs TV. Leider fehlt mir jedoch oft die Zeit zum Schreiben.
Wo trifft man Dich außerhalb des Salons im wahren Leben?
Klar, in meinem Salon »Feingemacht!« in Eltville am Rhein, bei meinem Lieblings-Vietnamesen in Frankfurt am Main, im Urlaub und ab und zu auf verrückten Preisverleihungen oder Parties. Im Winter auch auf der Eisbahn und im Sommer in den Weinbergen.
Wo kann man Dir digital folgen?
Auf Facebook, bei Twitter, via Instagram und natürlich auf meinem Blog.
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